Willkommen in der ‚Curator Economy‘

Bereits vor Covid-19 beschleunigte sich unser aller Arbeitsumfeld: Neue Geschäftsmodelle, beschleunigte Technologie, neue Formen, wie wir zusammenarbeiten und die mit diesen Themen verbundenen persönlichen Skills.

Covid-19 hat diese Entwicklung von heute auf morgen sichtbar gemacht. Die Krise kreiert zudem unmittelbar neue Bedürfnisse in der eigenen beruflichen Laufbahn. Eine Mehrheit fühlt sich mit der aktuellen Situation zugleich unterfordert und sucht nach Inspiration und neuen Möglichkeiten. Das zeigen eigene Untersuchungen von Evrlearn – mehr dazu sehr bald.

Es ist den meisten von uns klar, dass a) das Gelernte aus dem Studium oder Lehre nicht für die gesamte Laufbahn von 40 Jahre halten wird und b) es den einen Karrierepfad nicht mehr gibt, vielleicht nie gegeben hat. „Lebenslanges Lernen“ ist also bereits ein alter Begriff, der eigentlich längst ein Rebranding benötigt.

Zurück zum Jetzt: neue Skills für mich, für mein Team, für meine Firma? Kein Problem, es gibt unzählige Möglichkeiten:

  • auf dem lokalen Schweizer Bildungsmarkt, der sich in den letzten drei Jahren stark auf Weiterbildungen für berufstätige Menschen fokussiert hat
  • vielfältige Online-Kurse / MOOCs (Massive Open Online Courses) auf Coursera, EdX, Udacity
  • neue internationale Business Schools wie Reforge, On Deck und Jolt
  • fundierte Newsletter, Podcasts, Cohort-based Online-Kurse und Fachbücher von globalen Experten

Mit mehr und mehr Möglichkeiten wird es schwieriger, den richtigen Kurs für die eigene berufliche Situation und das persönliche Profil zu finden. Ein Paradox des Überflusses: Das Angebot an Möglichkeiten, neue Fähigkeiten zu entwickeln ist sehr gross. Gleichzeitig gibt eine Mehrheit von Unternehmen aus unterschiedlichen Industrien an, dass ihnen die notwendigen Skills fehlen.

Wie können wir dieses Paradox auflösen? Ein Versuch in mehreren Etappen, wobei die Herausforderung vielschichtig im Ecosystem zwischen Bildung und Arbeitsmarkt verwoben ist:

Community vs. künstliche Intelligenz

Wir bei Evrlearn haben Umfragen lanciert und viele Interviews mit berufstätigen Personen geführt:

  • Für erste Empfehlungen aus dem unübersichtlichen Meer von Angeboten bieten dir Algorithmen und Technologie den Vorteil, die Daten zum Angebot auf dem Markt schnell und einfach mit eigenen Ideen zu matchen.
  • Für die ausschlaggebenden Elemente für die finale Entscheidung zu einem Angebot vertraust du jedoch lieber auf das Netzwerk von Freund:innen, Kolleg:innen der Arbeitswelt, ehemaliger Teilnehmer:innen, Expert:innen und damit verknüpften ‚Role models‘, resp. Vorbildern, mit denen du dich identifiziert. Weiterbildung ist ein soziales Produkt.

Suchmaschinen vs. Kuratierung

Jeder kennt das eigene Verhalten zu Suchen und Finden. Aber hast du die kleine Villa am See in Schweden für den Sommerurlaub vor 2 Jahren über eine generische Suchmaschine entdeckt? Für Weiterbildungen wird die Situation kritischer: Weiterbildung ist zu einem Markt geworden. Die begehrten ersten Plätze in den Suchresultaten werden nicht mehr von der Qualität der Weiterbildung hergeleitet.

Austen: Es gibt ganze Bereiche von Suchanfragen, für die Google nahezu wertlos ist; zu Tode geSEOt* wurde.

Paul: Was wiederum bedeutet, dass du in der Lage sein kannst, eine neue Suchmaschine zu starten, indem du dich als Nischensuchmaschine für eine Kategorie erklären, die durch SEO* verunstaltet wurde. Es muss eine wertvolle Kategorie sein, und deine Suchmaschine müsste gut sein, um zu überleben.

Über eine Suchmaschine findest du beispielsweise einen CAS / ein Zertifikat in Leadership. Spannend wird es jedoch, wenn du neben dem Gesuchten Alternativen, unerwartete Empfehlungen und Geschichten dazu erhältst. Eine noch so gute generische Suchmaschine ist nicht genug, um das zu finden, was wirkliche Wirkung für dich entfalten kann. Daher unser Statement im Interview mit der Handelszeitung:


Was ist die Curator Economy?

Konsumierst du Inhalte und Content auf dem Web (Consumer) oder kreierst du solchen (Creator)? Kuratoren, resp. die ‚Curator Economy‘ nimmt eine neue und wichtige Rolle in der Pyramide von Informationen, Inhalten und Wissen ein. Eine Rolle zwischen der Kreation und der Konsumation.

Kuratoren entdecken, strukturieren und teilen relevante Inhalte aus dem Web. Sie investieren in die Integrität und in eine lebendige Auseinandersetzung auf bestimmten Nischen und für bestimmte Netzwerke.


Nächste Woche folgt hier mehr zu wie wir die Kuratierung und die Community aufbauen, resp. entwickeln wollen, u.a. zu:

  • Evrlearns Listing-Kriterien
  • von den ‚Upskilling maps‘ aus 2020 zur Community-basierter Kuaratierung von Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Impact-orientierten Reviews vs. 5-Sterne Bewertungen
  • 1 + 1 = 3 oder wie aggregierte Informationen zurück an alle Teilneher:innen fliessen

Ein Element für die Kuratierung, welches wir neu lanciert haben, ist folgendes:

*SEO = Search Engine Optimization / Suchmachschinenoptimierung

pic: www.trienaldelisboa.com/gallery/d/t2019-dias-inaugurais