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«I Want to Break Free» – Wie kann ich mit Remote Work ausbrechen und ein «Digital Nomad» werden?

Sehnst du dich auch nach der weiten Welt und möchtest du aus deinen vier Wänden ausbrechen?

Immer mehr Menschen arbeiten heute remote und sind als digitale Nomad:Innen auf der ganzen Welt unterwegs. Wir sind eingetaucht in das digitale Nomadentum, haben mit Nomadinnen und Nomaden gesprochen und für dich die 10 wichtigsten Tipps zusammengestellt, die dir zeigen, wie du die ganze Welt zu deinem Büro machen kannst.

«Es ist kurz nach sieben in der Früh als ich durch die Strassen von Kalkutta schlendere. Der kühle Dunst in den Strassen vermischt sich mit dem scharfen Curry- und dem beissenden Ledergeruch der Markthändler. Ich bin jedes Mal von neuem überwältigt von dem bunten Chaos, den leuchtenden Farben und den intensiven Gerüchen. Wenn ich mich später an meinen Arbeitstisch auf die Terrasse des Fairlawn Hotels setze, ist mein Geist vollgesaugt mit neuen Eindrücken und ich bin bereit meinen Arbeitstag zu starten»,

schwärmt Jana, die seit vier Monaten als digitale Nomadin in Kalkutta lebt und arbeitet. Nach der Covid-Pandemie hatte sie ihren Job bei einer grossen IT-Firma an den Nagel gehängt und arbeitet jetzt selbstständig als Programmiererin. Nebenbei hat sie eine Online-Ausbildung als Life-Coach absolviert und hilft Menschen nach einer Karrierepause wieder Fuss zu fassen.

Digitale Nomaden sind Menschen, die mit ihrer Arbeit nicht an einen fixen Ort oder Büro gebunden sind. Sie können online auf der ganzen Welt arbeiten und sich ihre Arbeitszeiten individuell einteilen. Dazu gehören Freelancer, Unternehmensmitarbeiter:Innen, Rentner:Innen, Unternehmer:Innen und digitale Nomadenfamilien. Sie alle nutzen moderne Technologien, um von Cafés, Bibliotheken, Wohnmobilen, Segelbooten, Hotels, Airbnb’s, Co-Working-Spaces oder anderen Orten aus zu arbeiten. 

Wenn du deine Arbeit nur mit einem Laptop und einer Internetverbindung ausüben kannst, hast du also die Möglichkeit eine digitale Nomadin oder ein digitaler Nomade zu werden.

Die Sehnsucht nach der weiten Welt

 Dr. Thomas Gilovich, Psychologieprofessor an der Cornell University, der sich seit über zwei Jahrzehnten mit der Frage von Geld und Glück beschäftigt, sagt;

„Einer der Feinde des Glücks ist die Gewöhnung. Wir kaufen Dinge, die uns glücklich machen, und es gelingt uns auch. Aber nur für eine gewisse Zeit. Neue Dinge sind zunächst aufregend für uns, aber dann gewöhnen wir uns an sie.“

Reisen ist die ultimative Erfahrung; es öffnet nicht nur deinen Geist, sondern auch deine Sinne und ermöglicht es dir aus deiner gewohnten Routine auszubrechen, neue Länder und Menschen kennenzulernen und neue Aspekte des Glücks zu erfahren. 

Der Drang nach Freiheit, der Traum aus den eigenen vier Wänden auszubrechen und der Wunsch die Welt zu entdecken, sind Gründe warum sich die meisten digitalen Nomaden für diesen Lebensstil entscheiden. Wir haben für dich in diesem Artikel die 10 wichtigsten Informationen und Tipps zusammengestellt, welche dir helfen sollen, zu entscheiden, ob der digitale Nomaden-Lifestyle für dich geeignet ist oder nicht:

  1. “The Future of Work” ist remote
  2. Die Bereicherungen des digitalen Nomadentums
  3. Wie starte ich und was gibt es für Berufsmodelle?
  4. Was sind die besten Jobbörsen?
  5. Wie du ein passives Einkommen generieren kannst
  6. Die besten Remote Jobs für digitale Nomaden
  7. Checkliste (Versicherungen, Bank, technische Ausrüstung, etc.)
  8. Liste mit Top-Spot Nomaden Ländern und die dazugehörigen Visabestimmungen
  9. Motivation und Networking 
  10. Inspirationen von digitalen Nomadinnen und Nomaden

1. “The Future of Work” ist remote

Während den letzten zwei Jahren hat der Wechsel zu Remote Work oder auch New Work genannt, für viele Menschen geographische Barrieren beseitigt und eine grössere Flexibilität, wie und wo wir unsere Arbeiten verrichten, ermöglicht. Gemäss einer Studie von Upwork werden in den USA bis zum Jahr 2025, 36.2 Millionen Arbeitende oder 22% der Amerikaner remote arbeiten. Dies ist ein Anstieg von 87 % gegenüber der Zeit vor der Pandemie.

Die Zahl der digitalen Nomaden ist in den letzten zwei Jahren von 6,3 Millionen auf 10,2 Millionen gestiegen und hat sich somit fast verdoppelt. 

Quelle: passport-photo.online

Die Hälfte der Amerikaner (54 %), möchte den nomadischen Lebensstil mindestens in den nächsten zwei Jahren beibehalten. Bei den selbständigen Unternehmern beträgt die Zahl 69 %. 

Zusätzlich steigt das weltweite Interesse an den digitalen Nomaden exponentiell. Google-Suchergebnisse für „digitale Nomaden“ stiegen von 1.3 Millionen im Januar 2019 auf über 56.7 Millionen im Januar 2022.

«In 10 Jahren werden Büros nur noch für eine Sache genutzt: Zeit mit den Kolleginnen und Kollegen zu verbringen.»

Diese kühne Vorhersage stammt von Prithwiraj Choudhury, einem Professor der Harvard Business School. Als langjähriger Befürworter von «Work from anywhere» hat er sich auf das Thema «The Future of Work» spezialisiert und Unternehmen untersucht, die schon lange vor der Covid-19 Pandemie zu 100% auf Fernarbeit umgestellt haben. Seine Untersuchungen bei verschiedenen Unternehmen zeigten, dass Mitarbeitende, welche die Möglichkeit haben remote zu arbeiten, loyaler, produktiver und weniger abwanderungsgefährdet sind. Unternehmen, die sich heute diesem neuen Zeitgeist entziehen, riskieren eine viel höhere Fluktuation.

Während etliche Firmen ihren Angestellten mehr Flexibilität mit Remote Work anbieten und den Mitarbeitenden erlauben, von überall auf der Welt zu arbeiten, sieht die Situation bei einigen Big-Tech Firmen weniger flexibel aus. Apple, Google, Microsoft oder Tesla halten am hybriden Arbeitsmodell (ein Modell, das Bürozeit mit Fernarbeit kombiniert) fest, und bestehen darauf, dass ihre Mitarbeiter jede Woche für eine bestimmte Anzahl Tage ins Büro kommen, weil sie überzeugt sind, dass Produktivität und Innovation nur vor Ort kreiert werden können. 

Auch der gefeierte New York Times-Bestsellerautor Malcolm Gladwell, der unter anderem die Bücher Blink, Outliers und Talking to Strangers geschrieben hat, ist nicht überzeugt vom Remote Work Modell. 

Gerade kürzlich erklärte der Bestsellerautor dem Moderator Steven Bartlett, Im Podcast „Diary of a CEO“, dass seiner Meinung nach, die Arbeit von zu Hause aus zu einer Entfremdung zwischen den Menschen und der Gesellschaft führt.

Brian Chesky, CEO von Airbnb hingegen ist sich sicher, dass Remote Work viele Vorteile mit sich bringt. Gleichzeitig schätzt er aber auch die Bereicherung von menschlichem Austausch vor Ort.

“The right solution should combine the efficiency of Zoom with the meaningful human connection that happens when people come together. Our design attempts to combine the best of both worlds.”

Brian Chesky’s Umstellung auf ein Remote-Arbeitsmodell, hat viel Lob und Anklang gefunden. Seit Mai 2022 dürfen die weltweit 6’000 Angestellten von Airbnb überall in ihrem Land arbeiten und ab September können sie sogar bis zu 90 Tage im Jahr von über 170 Ländern aus arbeiten. Lediglich alle drei Monate müssen die Airbnb Mitarbeitenden für Team-Building Meetings zusammenkommen.

2. Die Bereicherungen des digitalen Nomadentums

Digitale Nomaden begnügen sich nicht, von zu Hause aus zu arbeiten, sondern möchten reisen, sich von anderen Ländern inspirieren, neue Menschen kennen lernen und gleichzeitig die ganze Welt zu ihrem Büro machen.

2.1 Neue Skills lernen

Auf Reisen kannst du dir unzählige neue Skills aneignen, die sich in deinem Lebenslauf für künftige Jobs oder die Führung deines eigenen Unternehmens als wertvoll erweisen. 

Durch das Eintauchen in eine neue Kultur kannst du auch leichter Sprachkenntnisse erwerben, und vor allem eignet sich Reisen hervorragend, um dein Selbstvertrauen zu stärken und etwas über Problemlösungen und Geduld zu lernen. 

«Während meiner Zeit in Indien habe ich vor allem gelernt, dass du nie genug Geduld haben kannst. Alles funktioniert hier viel langsamer und wenn ein Einheimischer dir versichert, dass es bis zum nächsten Getränkeladen nur eine halbe Stunde braucht, ist es in der Regel doppelt so lang»,

erzählt Jana, die seit vier Monaten als Programmiererin und Life-Coach in Kalkutta lebt und arbeitet.

2.2 Erweitere dein Netzwerk

Der Lebensstil der digitalen Nomaden bietet viel Raum für Wachstum – von grösserer Zufriedenheit, über die Erweiterung des eigenen Netzwerks, bis hin zum Erlernen neuer Fähigkeiten. Die Vorteile eines ortsunabhängigen Lebensstils sind zwar von Person zu Person unterschiedlich, aber letztlich suchen alle Nomadinnen und Nomaden nach einem Gefühl von Freiheit, Erfüllung und Glück. 

2.3 Leben nach dem Geo-Arbitrage Konzept

Geo-Arbitrage bedeutet, dass du dir die Lebenshaltungskosten in den verschiedenen geografischen Lokalitäten zu deinem Nutzen machen kannst. Tim Ferris, digitaler Nomade und Bestseller Autor von 4-hour-Work Week ist überzeugt;

«Fun things happen, when you earn dollars, live on pesos, and compensate in Rupees, but that’s just the beginning.”

Ein westliches Gehalt ermöglicht es dir in der Regel, in einem billigeren Land auf einem viel höheren Niveau zu leben. Geo-Arbitrage hilft dir auch, bequem von deinen Ersparnissen oder deinem Teilzeitgehalt als Freiberufler zu leben, während du dein Unternehmen mit Bootstrapping (Finanzierung durch dein Eigenkapital und Verzicht auf Fremdkapital) in einem billigeren Land aufbaust.

Susanne aus Hamburg gab ihren Job als Marketing Manager auf, um ihr eigenes Online Unternehmen in Chiang Mai, Thailand zu gründen. Chiang Mai ist einer der Hotspots für digitale Nomadinnen und Nomaden. 

«In Chiang Mai habe ich mich vom ersten Moment an wohlgefühlt; die grosse Gemeinschaft von digitalen Nomaden aus aller Welt, die interessante lokale Kultur, das erstklassige Essen, die günstigen Lebenshaltungskosten und der schnelle Internet-Zugang haben es mir einfach gemacht mein Unternehmen Schritt für Schritt aufzubauen.»

3. Wie starte ich und was gibt es für Berufsmodelle?

Wie du anfängst, hängt stark davon ab, welches Arbeitsmodell du verfolgen möchtest und wie viel Reiseerfahrung du bereits hast. Ein weiterer wichtiger Faktor, den du berücksichtigen solltest, ist, wie viel Geld du verdienen musst, um zu reisen und komfortabel leben zu können.

Digitale Nomaden können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Das hängt von der Arbeit ab, die sie verrichten, von der Branche, in der sie tätig sind, und von der Art, wie sie arbeiten möchten. 

Bevor du dich für einen Job entscheidest, solltest du darüber nachdenken, welches Arbeitsmodell du bevorzugst; 

FreiberuflerUnternehmerangestellter Remote-Mitarbeiter oder passives Einkommen. Natürlich ist auch ein Mix möglich.

3.1 Remote Mitarbeiter:In

Wenn du bereits über die Skills verfügst, die es dir ermöglichen, remote zu arbeiten, und du derzeit in einem Angestelltenverhältnis stehst, könntest du in Erwägung ziehen, mit deinem Vorgesetzten über die Bedingungen für Remote Work zu verhandeln. Versuche Vertrauen aufzubauen und beweise, dass du zuverlässig bist. Schlage vor, probeweise eine Zeit lang von zu Hause aus zu arbeiten, um zu sehen, wie es läuft. Das Wichtigste ist, dass du deinem Arbeitgebenden keinen Anlass zur Sorge gibst, dass dieses Arrangement seinen Interessen schaden könnte, weder vor Ort noch im Ausland.

3.2 Unternehmer:In

Wenn Du bereits ein eigenes Online-Geschäft betreibst, z. B. einen E-Commerce-Shop, ein Webdesign-Unternehmen, oder wenn du als Content Creator, Copywriter oder Podcaster arbeitest, dann bedeutet Nomadentum vielleicht einfach, dass du deine Arbeit für ein oder zwei Wochen probeweise mit auf Reisen nimmst, um zu entscheiden, ob dich das Reisefieber packt und ob du für länger von unterwegs arbeiten möchtest.

3.3 Freiberufliche Tätigkeit

Die freiberufliche Tätigkeit ist ein guter Einstieg, um deine Skills und Talente zu nutzen. Wenn Du bereits als Freiberufler von zu Hause aus arbeitest, bist du nur ein paar Schritte davon entfernt, ein digitaler Nomade zu werden. 

Teste diesen Lebensstil einfach ein oder zwei Wochen lang und schaue, ob er dir zusagt. Informiere deine Kund:Innen, bevor du dich entscheidest ins Ausland zu gehen. Es ist gut, alle Vorbehalte oder Fragen zum Nomadenleben anzusprechen und alle deine Systeme zu testen, bevor du dein Zuhause verlässt. Stelle auch sicher, dass deine Kunden mit den modernen Technologien, wie Slack oder Teams zurechtkommen. 

4. Was sind die besten Jobbörsen für digitale Nomad:Innen

Freiberufliche Job-Plattformen wie, RemoteworkjobsFreelancerUpwork, Fiverr, und People Per Hour sind alle speziell darauf ausgerichtet, Freiberufler aus verschiedenen Branchen mit Kunden zusammenzubringen. Es werden sowohl einmalige als auch regelmässige Aufträge ausgeschrieben. Diese Plattformen sind unter anderem eine gute Möglichkeit, einen regelmässigen Kundenstamm aufzubauen.

Erstelle und präsentiere dein Portfolio

Eine Online-Präsenz ist unglaublich wichtig, sie ist so etwas wie deine persönliche Visitenkarte, nur viel aussagekräftiger. Heutzutage kannst du eine einfache und professionelle Website mit WordPress erstellen, ohne grosse technische Kenntnisse zu haben. Ein eigener Blog ist eine gute Möglichkeit, deine Skills zu präsentieren und die Besucherzahlen deiner Website zu erhöhen.

Du kannst dein Portfolio nutzen, um bei potenziellen Kunden Vertrauen aufzubauen, indem du ihnen zeigst, welche Arbeiten du bereits ausgeführt oder welche Kurse du besucht hast. Mini-Kurse, z.B. in Form von Webinars können dir sogar helfen, neue Aufträge zu gewinnen und dich beruflich weiterzuentwickeln.  

5. Wie du ein passives Einkommen generieren kannst

Eine der populärsten Ideen, die dem internationalem Bestseller Autor, «The 4-Hour Workweek» von Tim Ferris zu verdanken ist, besteht darin, passives Einkommen zu erzielen. Sein Credo lautet;

«I don’t want to be a millionaire. I just want to live like one”

Passives Einkommen ist definiert als ein Einkommen, das regelmässig erzielt wird und für dessen Erhalt wenig Aufwand erforderlich ist. Du kannst reisen und dich amüsieren, während du Geld verdienst, ohne einer regelmässigen Arbeit nachgehen zu müssen. Die beliebtesten Möglichkeiten, passives Einkommen zu erzielen, sind E-Commerce, Blogging und Affiliate Marketing.

In der Realität ist die Arbeit der meisten digitalen Nomaden eine Kombination aus den oben genannten Optionen. Sie schätzen diese Flexibilität, da sie auf diese Weise verschiedene Fähigkeiten einsetzen und lernen können. Gleichzeitig wird auch eine Diversifizierung des Einkommens möglich, was zu mehr Stabilität und Sicherheit führt.

6. Die besten Remote Jobs für digitale Nomad:Innen

Es gibt nicht nur Jobs in IT- oder Tech-Firmen, die dir Remote Work ermöglichen. Andere Branchen wie Medien und Kommunikation, Finanzen, Versicherungen, Bildung, Forschung, etc. bieten dir auch die Möglichkeit an, als digitaler Nomade zu arbeiten. 

   Quelle: Human Resources Manager

Wir nennen dir die vielversprechendsten Jobs, mit welchen du als digitaler Nomade durchstarten kannst;

SEO-Spezialist:In

Search Engine Optimisation (SEO) braucht jedes Unternehmen, um seine Online-Präsenz auszubauen. Du solltest nicht nur in der Lage sein, Web-Seiten einzurichten und Inhalte zu schreiben, sondern auch Kenntnisse haben, wie Google-Suchmaschinen funktionieren. Das bedeutet, dass Du wissen solltest, wie Nutzer mit Websites interagieren und wie Inhalte in Suchmaschinen angezeigt werden, wenn sie bestimmte Keywords oder Themen eintippen. 

Soft Skills: Analytisches und kritisches Denken, Forschungsgeist, gute Kommunikation.

Hard Skills: Google Analytics, Keyword-Ranking-Program, Google Search Console, HubSpot.

Durchschnittslohn: CHF 6’900.– pro Monat.

> Mehr Infos zu einer gezielten SEO-Weiterbildung findest du hier.

Social Media Manager

Als Social Media Manager verwaltest du die Online-Präsenz einer Organisation, indem du eine Strategie entwickelst und gute Inhalte, Projekte und Kampagnen produzierst.

Soft Skills: Gute Kommunikation, Kreativität, visuelle Fähigkeiten, Organisation und Zeitmanagement. 

Hard Skills: LinkedIn, Instagram, Facebook, Twitter, Pinterest, Tok-tok, Google Analytics. 

Durchschnittslohn: CHF 6’200.– pro Monat.

> Mehr Infos zu einer gezielten Social Media-Weiterbildung findest du hier.

Community Manager

Community-Manager sind für die Erstellung ansprechender Inhalte auf allen Kanälen verantwortlich und interagieren täglich mit den Menschen, die dem Unternehmen oder der Marke folgen, die sie vertreten, um Loyalität zu erzeugen und den Bekanntheitsgrad oder den Umsatz zu steigern. Das erfordert Charme, soziale Kompetenz und Social-Media-Kenntnisse. 

Soft Skills: Gute Kommunikation, soziale Kompetenzen, Kreativität, Organisation, visuelle Fähigkeiten, Anpassungsfähigkeit.

Hard Skills: Social Media Kenntnisse.

Durchschnittslohn: CHF 6’300.– pro Monat.

> Mehr Infos zu einer gezielten Community Weiterbildung findest du hier.

Web Developer

Als Web Developer bist du zuständig für das Entwerfen und Erstellen von Websites und stellst zudem technischen Support für deine Kunden bereit. 

Soft Skills: ausgezeichnete Kommunikation, Teamarbeit, Zeitmanagement, Organisation, Problemlösung, Analytisches Denken.

Hard Skills: Beherrschen der Programmiersprachen; Java, Python, PHP.

Durchschnittslohn: CHF 6’500.– pro Monat

> Mehr Infos zu einer gezielten Web Developer Weiterbildung findest du hier.

Andere zukunftsversprechende Jobs für digitale Nomaden sind unter anderem; 

Programmierer, Copywriter, Blogger, Vlogger, Instagram-Influencer, Grafik-Designer, Fotograf, Videograf, Journalist, Autor, Translator, Virtual Assistant, UX-Designer, Podcast-Moderator, Coach, Yoga-Lehrer, Online-Finanzberater. 

Du findest weitere Informationen zum Durchschnittslohn der einzelnen Jobs auf Lohncheck.ch.

7. Checkliste (Versicherungen, Bank, technische Ausrüstung, etc.)

Wie packst du dein ganzes Leben und Büro in einen Koffer? Die richtige Ausrüstung ist entscheidend, sowohl für deine Produktivität als auch für deine Gesundheit. 

7.1 Versicherungen, Krankenkasse & Co.

Wie du dich versicherst, hängt davon ab, wohin du reist, wie lange du unterwegs sein wirst und welche Versicherung du in deinem Heimatland hast. Die meisten digitalen Nomaden schliessen eine Reisekrankenversicherung ab, und einige Versicherungen decken sogar elektronischen Geräte ab. In der Schweiz bietet z.B. Sanitas, Versicherungen für digitale Nomaden an und der Schweizer Broker ASN hilft dir bei der Wahl deiner Auslandskrankenkasse. Auf der Plattform Digitale Nomaden Schweiz findest du zudem noch mehr wertvolle Hinweise zu Versicherungen, Krankenkasse, AHV, Steuern und Rechtliches.  

7.2 SIM-Karte

Um unterwegs in Verbindung zu bleiben, kaufen die meisten digitalen Nomaden lokale SIM-Karten für ihre Smartphones. Jedes Land ist anders, aber im Allgemeinen ist es recht einfach und erschwinglich, eine Prepaid-SIM-Karte zu bekommen. 

7.3 VPN einrichten für sicheres Surfen

Wenn du online reist und arbeitest, brauchst du ein VPN. Ein virtuelles privates Netzwerk ermöglicht dir eine sichere Verbindung zum Internet, indem es das WiFi-Netzwerk umgeht. Deine Daten werden über das öffentliches WLAN und das Internet zu und von deinem Computer übertragen und bleiben für Hacker unsichtbar. Z.B. NordVPN oder SurfShark sind zwei gute Anbieter.

7.4 Regelmässige Backups

Auf Reisen kann es passieren, dass dein Laptop gestohlen wird oder du dein Handy verlierst. Ein regelmässiges Back-up ist das A und O. Du kannst deine Backups über eine Cloud tätigen, z.B. Dropbox oder ICloud.

7.5 Adapter, Akkus und Powerbank

Ein universaler Reiseadapter, ein Akku sowie eine Powerbank gehören zur Grundausrüstung, damit dir unterwegs der Strom nicht ausgeht.

7.6 Bank und Zahlungsmöglichkeiten

Die besten Banken für digitale Nomaden sind Neobanken. Diese Banken sind Finanztechnologieunternehmen, arbeiten ausschliesslich online und erleichtern die täglichen Bankgeschäfte. 

Wir empfehlen diese Neobanken;

N26 ist eine gute Bank für digitale Nomaden, da es eine reine Onlinebank ist. Die Konto-Eröffnung ist kinderleicht, alles was du brauchst ist dein Smartphone oder dein Laptop. Die Gebühr für das Abheben von Geld an einem Geldautomaten vor Ort beträgt nur 2.8 Euro pro Transaktion. Das N26-Konto wird auch mit einer kostenlosen VISA-Debitkarte geliefert und es ist kein Mindestguthaben erforderlich, um das Konto zu eröffnen.

Curve Bei dieser Bank bekommst du eine Mastercard-Debitkarte geliefert. Bei diesem Konto fallen keine monatlichen Gebühren für dich an. Die Karte erhebt keine Gebühren für Auslandstransaktionen oder Abhebungen an Geldautomaten.

Revolut Mit dieser Bank kannst du ganz einfach Geld auf dein Konto einzahlen und in über 140 Währungen zum echten internationalen Wechselkurs ausgeben. Du kannst Geld in mehr als 30 Währungen halten und direkt einzahlen.

8. Liste mit Top-Spot Nomaden Ländern und die dazugehörigen Visabestimmungen

Welches Visum du benötigst hängt von den Ländern ab, die du besuchen möchtest, von der Dauer deines Aufenthalts und von der Art der Arbeit, die du ausüben wirst. 

Die meisten digitalen Nomaden reisen mit einem normalen Touristenvisum, weil sie in den Ländern, die sie besuchen, kein Unternehmen betreiben, sondern ihr Unternehmen in ihrem Heimatland registriert haben. Gewisse Länder fördern das Nomadentum und bieten spezielle Visa Programme für digitale Nomaden an. 

Professor Choudhury, der in einem kürzlich erschienenen Artikel für die Harvard Business Review beschreibt, wie digitale Nomaden die Wirtschaft positiv ankurbeln können, hat mit der untenstehenden Grafik eine gute Übersicht zu den Visabestimmungen der einzelnen Länder aufgestellt.

Quelle: Prithwiraj (Raj) Choudhury

9. Motivation und Networking 

Jeden Tag beruflich zu reisen, neue Menschen zu treffen, neue Sehenswürdigkeiten zu sehen und neue Gerichte zu essen, ist unglaublich aufregend, kann aber auch sehr anstrengend sein. Damit du motiviert bleibst, solltest du deine persönliche Routine finden. Es muss nicht unbedingt ein klassischer «9-to-5-day» sein, aber eine Struktur und Routine in deinem Leben helfen dir, produktiver und zufriedener zu sein.

Viele digitale Nomaden entwickeln eine persönliche Morgen- oder Abendroutine, die ihnen hilft, Arbeit und Reisen unter einen Hut zu bringen. Die Bücher «Miracle Morning» von Hal Elrod, «The 5am Club» oder «The everyday Hero Manifesto» von Robin Sharma können dir als Inspiration helfen, deinen Tag besser zu nutzen und zu leben.

Christine Gilbert, die sich für das Leben einer digitalen Nomadin entschieden hat, bietet mit ihrem erfolgreichen Blog namens Almost Fearless auch gute Ratschläge zu Life-Hacks, Personal Marketing und Lifestyle.

Chris Guillebau ist bereits in jedes Land dieser Welt gereist! Es gibt nur wenige Menschen, die den Lebensstil des digitalen Nomaden in diesem Ausmass leben können. Sein Blog heisst The Art Of Nonconformity. Für alle, die sich mit ihren Leidenschaften auseinandersetzen wollen, ist dies ein wunderbarer Blog, den man sich unbedingt ansehen sollte. In seinem Blog für digitale Nomaden schreibt er auch über Themen wie Mental Health und finanzielle Aspekte. Guillebeau organisiert jedes Jahr den World Domination Summit in Portland. Dieses Jahr feiert der Summit bereits sein 10-jähriges Bestehen. Guillebeau hat  mehrere inspirierende Bücher über den Lebensstil des digitalen Nomaden geschrieben.

Chris Brogan ist ein Urgestein und bloggt seit über 20 Jahren als digitaler Nomade. 

Brogan hat den Lebensstil des digitalen Nomaden verinnerlicht. Er schreibt nicht nur einen Blog für digitale Nomaden, sondern ist auch Autor, Marketer und Unternehmensberater. Er ist der Präsident von Chris Brogan Media und ein New York Times-Bestsellerautor.

Eine der besten Dinge, die du sicherlich tun kannst, um deine Motivation und Produktivität zu steigern, ist, dich mit Gleichgesinnten zu umgeben. Das wachsende Bedürfnis nach Communities wird durch eine zunehmende Zahl von digitalen Nomadenerlebnissen, Rückzugsorten, Co-Living-Spaces und Meet-ups genährt. Es gibt auch viele Möglichkeiten, online mit anderen Nomaden in Kontakt zu treten. Dafür eignen sich z.B. die Plattformen Digital Nomad Girls, eine Plattform spezifisch für Frauen, Digital Nomad List, Nomad Soulmates, oder Digital Nomad World. Weitere nützliche Applikationen und Websites für Digitale Nomaden findest du hier.

10. Inspirationen von digitalen Nomadinnen und Nomaden

Wir haben mit digitalen Nomadinnen und Nomaden gesprochen und uns inspirieren lassen:

Syazwani Baumgartner , ist Mutter von 3 Jungen, und hat mit ihrer Familie bereits 122 Länder bereist. Sie hat vor zwei Jahren ihre eigene Firma Sejelas gegründet und ist auf die Rekrutierung von Finanz- und Biowissenschaftlern spezialisiert. Im Alter von 21 Jahren setzte sie sich das verrückte Ziel, 100 Länder vor ihrem 30 Lebensjahr zu bereisen. In ihrem Blog Travelmusefamily erzählt sie von ihren Abenteuern und gibt Tipps für das digitale Nomadenleben mit Familie und Kindern. Syazwani’s Ziel ist es, jedes Land der Welt zu bereisen. 

«Es reicht mir nicht, von einem exotischen Reiseziel zu hören oder Bilder davon im Fernsehen oder in den Nachrichten zu sehen. Es gibt einen Drang in mir, alles selbst zu sehen und zu erleben.

Ich erinnere mich, wie ich als Teenager in Malaysia auf dem Travel Channel Megan McCormick beim Schwimmen mit Ammenhaien in Belize gesehen habe. 2012 bin ich nach Belize gereist und habe genau das Gleiche gemacht.

Nach der Covid-Pandemie habe ich Zoom-Calls mit einem thailändisch-amerikanischen und einem australischen Kunden aus London vor der Kulisse der Vulkane des Lake Atitlan in Guatemala geführt, mit dem CEO eines österreichischen Fintechs im Dschungel von Nicaragua gesprochen und ein persönliches Treffen mit einem kanadischen Investor in einem Strandrestaurant in Malaga, Spanien gehabt, während meine Kinder im Sand spielten. In diesem Sommer hättest du mich, beim Frühstück in Guinea-Bissau und Sierra Leone in Westafrika an meinem Laptop, arbeiten gesehen.»

Vor drei Jahren flog Daniela Christen mit ihrem Mann nach Neuseeland. Während 15 Monaten bereisten sie gemeinsam 14 verschiedene Länder und stellten sich den täglichen Herausforderungen als digitale Nomaden – und das bevor Homeoffice zur Normalität gehörte. 

«Wenn ich und mein Mann eines auf dieser Reise gelernt haben, dann ist es, dass es sich in der ameisenübersäten Hängematte unter tropischen Temperaturen natürlich schlecht arbeiten lässt, dass jedoch überall anders, Arbeiten zu mehr Produktivität und Kreativität führt.» 

Höre rein in den TEDxTalk von Daniela und erfahre mehr von dem Nomadenexperiment, dass sie gemeinsam mit ihrem Mann Manuel durchgeführt hat und was sie alles auf ihrer Reise erlebt haben.

Heute leitet Daniela den Bereich Startup Ecosystem bei digitalswitzerland und nutzt auch 3 Jahre nach ihrer Weltreise immer wieder die Vorzüge des ortsunabhängigen Arbeitens. Sie ist Autorin des Buches weltjobreise und engagiert sich in ihrer Freizeit für die lokale Startup-Szene in Schaffhausen.

Marcel Gasser hat schon in über 100 Ländern auf allen Kontinenten gelebt. Dabei hat er viel über Privilegien und seinen spirituellen Weg gelernt, und es ist ihm ein Herzensanliegen, mit seinen verschiedenen Projekten Nachhaltigkeit zu erzielen. In den letzten zehn Jahren war er direkt an der Gründung von mehr als zehn Unternehmen beteiligt. Bei einer Auswahl von Projekten, die ihm am Herzen liegen, ist er als Investor, Berater und Vorstandsmitglied tätig.

«Seit 7 Jahren bin ich als digitaler Nomade unterwegs. Für mich, der aus einem kleinen Schweizer Dorf stammt, war die Erde immer ein grosser Spielplatz, voller Potenzial und Möglichkeiten. 9-10 Monate im Jahr auf Reisen zu sein, war die unglaublichste aller Erfahrungen, die ich gemacht habe. Das Reisen hat mir am meisten geholfen, neugierig, bescheiden und verbunden zu bleiben und jeden Tag in meinem verrückten, schönen Leben zu schätzen, als wäre es der letzte, dann fühlt man sich richtig lebendig. Diese Reise hat mich schliesslich dazu gebracht, mich selbst zu erforschen und herauszufinden, wer ich bin.»

Lorenz Ramseyer beschäftigt sich seit 2006 intensiv mit ortsunabhängigen Arbeitsmodellen. Er ist Präsident des Schweizerischen Vereins der Digitalen Nomaden, Remote Work Consultant, Coach, Dozent und Keynote Speaker. Lorenz ist zudem Gründer der Plattformen Remoteworkjobs und colivingswitzerland.

Seine eindrücklichsten 7 Learnings der letzten 7 Jahre sind;

  1. Weniger tun.
  2. Weniger besitzen und Dinge vereinfachen.
  3. Loslassen und öfter Nein-Sagen.
  4. Putzen und Aufräumen, wenn Schmutz entsteht (gilt nicht nur im Haushalt!).
  5. Kleine, schrittweise Änderungen unternehmen und als tägliche Routinen beibehalten.
  6. Fokus auf die Dinge legen, die wirklich wichtig sind. IKIGAI: Was liebe ich? Was kann ich gut? Was braucht die Welt? Wofür werde ich bezahlt?
  7. Empathisch sein im Umgang mit anderen, gemeinsam die Freude ins Zentrum stellen und sich selbst nicht immer allzu ernst nehmen.

Das Nomaden-Fieber hat dich gepackt

Falls dich das digitale Nomadenfieber nun so richtig gepackt hat und dich nicht mehr loslässt, kannst du am 1. Oktober 2022 an der «Digital Nomad Conference Switzerland» teilnehmen. Die Konferenz verspricht einen Austausch mit Gleichgesinnten und inspirierenden Keynote Speakern. Und wer weiss, vielleicht bist du ja schon bald als digitaler Nomade unterwegs.